Ganzheitliche Lerntherapie
Unter einer Legasthenie versteht man eine spezifische und lang andauernde Schwierigkeit beim Erlernen des Lesens und Rechtschreibens. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Leistungen im Lesen und Schreiben deutlich unter dem Niveau liegen, das man aufgrund der allgemeinen Intelligenz und der Beschulung des Kindes erwarten würde.
Betroffene Kinder haben oft Schwierigkeiten damit, die Lautstruktur der Sprache zu erfassen, Buchstaben den richtigen Klängen zuzuordnen oder sich Wortbilder dauerhaft einzuprägen. Diese Hürden lassen sich meist nicht durch einfaches zusätzliches Üben oder herkömmliche Nachhilfe überwinden, sondern erfordern eine gezielte, fachgerechte Lerntherapie, die an den individuellen Fehlerschwerpunkten ansetzt und gleichzeitig das Selbstvertrauen des Kindes stärkt.
Dyskalkulie bezeichnet eine ausgeprägte, dauerhafte Schwierigkeit im Umgang mit Zahlen, Mengen und Grundrechenarten, die unabhängig von der allgemeinen Intelligenz auftritt. Da diese Rechenschwäche entwicklungsstabil ist – sich also nicht „verwächst“ –, erfordert sie ein besonderes lerntherapeutisches und vor allem langfristiges Setting.
Statt oberflächliche Rechenwege auswendig zu lernen, arbeiten wir in einem stabilen, fachlichen Rahmen geduldig an den mathematischen Fundamenten. Ziel ist es, durch diese beständige Begleitung ein echtes Mengenverständnis aufzubauen, Wissenslücken nachhaltig zu schließen und den Lernfrust dauerhaft abzubauen.
Eine AVWS ist eine Störung der Weiterverarbeitung gehörter Informationen im Gehirn, obwohl das Gehör an sich meist völlig intakt ist. Betroffene Kinder haben Schwierigkeiten, Ähnliches herauszufiltern, Laute präzise zu unterscheiden oder Informationen im auditiven Gedächtnis zu speichern.
Da diese Hürden oft wie Konzentrationsprobleme wirken, aber eine tiefere Ursache in der Informationsverarbeitung haben, ist auch hier ein besonderes lerntherapeutisches Setting entscheidend. In einem langfristigen Prozess trainieren wir gezielt die Hörverarbeitung und entwickeln individuelle Strategien für den (Schul-)Alltag. Ziel ist es, die auditive Aufmerksamkeit zu stärken und dem Kind trotz der Wahrnehmungsbesonderheit sicheres Lernen und Kommunizieren zu ermöglichen.
Negative schulische Erfahrungen können Spuren hinterlassen, die weit über bloßen Lernfrust hinausgehen. Diese Schockerlebnisse können als Traumatisierungen im Nervensystem gespeichert werden.
Solche Erlebnisse haben direkte Auswirkungen auf Lernprozesse. Das Gehirn schaltet bei ähnlichen Reizen in einen Überlebensmodus, was logisches Denken und die Aufnahme neuer Informationen faktisch unmöglich macht. Die Trauma Buster Technique (TBT) ist eine sanfte Methode, um diese tiefsitzenden emotionalen Stressreaktionen zu lösen. Durch die Entkoppelung der belastenden Erinnerung von der körperlichen Stressantwort wird das Nervensystem entlastet. So wird der Weg frei, damit Lernen wieder in einem Zustand von Sicherheit stattfinden kann.
Schreiben ist ein komplexer Prozess, der weit über die richtige Rechtschreibung hinausgeht. Kinder mit LRS leiden oft unter einer verkrampften Stifthaltung, einem unleserlichen Schriftbild oder großen Schwierigkeiten, ihre Gedanken strukturiert zu Papier zu bringen.
In der Schreibtherapie arbeiten wir gezielt an der Schreibmotorik und der Automatisierung von Schreibabläufen. Wir lösen Blockaden und trainieren Strategien zur Textproduktion, damit das Schreiben nicht mehr als unüberwindbare Last, sondern als Werkzeug der Kommunikation erlebt wird. Ziel ist es, durch spielerische und strukturierte Übungen die Schreibflüssigkeit zu erhöhen und dem Kind wieder Sicherheit und Freude am eigenen Ausdruck zu vermitteln.
Konzentrationsschwierigkeiten sind oft eine zusätzliche Hürde bei Legasthenie oder Dyskalkulie. Wenn es Kindern schwerfällt, ihre Aufmerksamkeit zu fokussieren, Reize zu filtern oder bei einer Aufgabe zu bleiben, entstehen schnell Frust und Überforderung.
Mein Konzentrationstraining setzt genau hier an: Es ist kein bloßes „Still-Sitz-Training“, sondern ein gezieltes Einüben von Selbstinstruktion und Handlungsplanung. In einem geschützten Rahmen lernen die Kinder, ihre Aufmerksamkeit bewusst zu steuern und Aufgaben strukturiert anzugehen. Durch diese spielerische, aber methodische Begleitung gewinnen sie die nötige Ausdauer und Sicherheit für den Schulalltag zurück.






